In letzter Zeit ertappe ich mich dabei, dass ich mich mit Essen tröste. Wenn ich traurig, gelangweilt oder wütend bin, gehe ich direkt in die Küche und esse etwas. Ich merke, dass ich zunehme, aber in dem Moment kann ich mich nicht aufhalten. Das geht eine Weile so, dann probiere ich Diäten aus, aber die sind nicht von Dauer. Soll ich zu einer Therapie gehen oder kann ich das auch selbst lösen, was denkt ihr?
Meiner Meinung nach scheint deine Beziehung zum Essen nicht erst seit Kurzem zu bestehen. Es fühlt sich an, als ob dieser emotionale Aspekt des Essens eine Vorgeschichte hat, die dir vielleicht nicht bewusst war. Vielleicht gab es ein Ereignis, das diesen Prozess ausgelöst hat, und jetzt bemerkst du es erst? Ich denke, du solltest etwas weiter zurückdenken und überlegen, was sich in deinem Leben verändert hat.
Isst du zum Beispiel immer die gleichen Dinge, wenn du traurig oder wütend bist? Hast du Lust auf Süßes, Salziges oder auf etwas ganz Spezifisches? Vielleicht hilft es dir, herauszufinden, wo das angefangen hat.
Ich war auch eine Zeit lang so. Jedes Mal, wenn ich wütend auf jemanden war, habe ich ganze Packungen Schokolade gegessen. Am Ende hatte ich auch Angstzustände. In der Anfangsphase habe ich viel Wasser getrunken und versucht, zwischen den Mahlzeiten zu warten, aber ich habe auch Therapie gemacht, weil ich es alleine nicht schaffen konnte.
Also, um ehrlich zu sein, wäre es besser, wenn du deinen Kopf auf andere Dinge konzentrierst, anstatt mit so einem Essen herumzuhantieren. In unserer Familie werden solche Dinge beispielsweise sehr verurteilt. Wenn du ein Problem hast, ist es nicht eigentlich ein größeres Problem, bewusst mit dem Essen deine Gesundheit zu schädigen?
Du scheinst dich sogar beim Schreiben dafür zu verurteilen. Du bist richtig in den ‚Ich habe zugenommen, ich esse, aber ich kann nichts dagegen tun‘-Modus geraten. Aber halt mal, nicht alles hängt mit Kontrolle zusammen. Allein dass du dich anstrengst, ist wichtig. Ich sage nicht, dass Therapie unbedingt notwendig ist, aber in so einer Situation Unterstützung zu bekommen, ist keine Schwäche.
Vielen Dank für das ganze Interesse und die Kommentare. Ich muss auch hinzufügen, dass ich früher eigentlich kein solches Problem hatte. In den letzten 6-7 Monaten ist mir aufgefallen, dass ich so reagiere, wenn ich bei der Arbeit oder zu Hause ernsthaften Stress habe. Ich kann auch sagen, dass ich von meiner Umgebung nicht viel Unterstützung bekomme.
Bei solchen ständig wiederkehrenden Essanfällen kann manchmal ein hoher Kortisolspiegel oder eine Insulinungleichheit zugrunde liegen. Wenn Sie sich direkt psychologisch darauf konzentrieren und sich unter Druck setzen, könnten Sie eine körperliche Problematik übersehen. Wenn Sie auch medizinische Unterstützung erhalten können, wird der Prozess besser verlaufen.